Architekten als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige

 

Fast sämtliche Bereiche unseres täglichen Lebens sind gekennzeichnet durch eine zunehmende Technisierung und Komplexität. Das Bauwesen ist hiervon in besonderem Maße betroffen. Bei Auseinandersetzungen in diesem Bereich sind daher die Beteiligten oft nicht in der Lage, eine Klärung der Streitigkeit ohne das Hinzuziehen eines Sachverständigen herbeizuführen.

 

Die Rolle des Sachverständigen liegt dabei in der unabhängigen fachlichen Information und Beratung – insbesondere durch die Erstellung von Gutachten. Hierzu gehört beispielsweise die Beurteilung von Schäden an Gebäuden, die Bewertung von Immobilien oder die Ermittlung der Höhe von Mieten und Pachten. Neben dieser fachlichen Kompetenz sind es aber auch die besondere berufliche Objektivität und Glaubwürdigkeit, mit denen er Ihnen zuverlässig hilft.

 

Die Bezeichnung „Sachverständiger“ ist gesetzlich nicht geschützt. Demnach darf sich grundsätzlich jeder – ohne einen Befähigungsnachweis – als (freier) Sachverständiger bezeichnen, der in einem bestimmten Bereich als Gutachter tätig werden will.

 

Vom freien Sachverständigen ist der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige zu unterscheiden. Diese Sachverständigen werden von einer staatlich legitimierten Institution – beispielsweise einer Architekten-, Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer – für ein bestimmtes Sachgebiet öffentlich bestellt und vereidigt. Sachgebiete sind u.a.:

 

  • Schäden an Gebäuden / Freianlagen / Ausbauten in Innenräumen
  • Bewertung bebauter und unbebauter Grundstücke
  • Leistungen und Honoraren der Architekten
  • Bauphysik
  • Vorbeugender Brandschutz
  • Baupreisermittlung